Vier Tage internationale Windbranche, zahlreiche Gespräche und viele neue Kontakte: Vom 22. bis 25. September war EE.SH auf der WindEnergy Hamburg 2026 vertreten. Am Gemeinschaftsstand der WTSH nutzte die Netzwerkagentur die Messe, um aktuelle Themen der Energiewende zu diskutieren, bestehende Kontakte zu vertiefen und neue Verbindungen für Schleswig-Holstein zu knüpfen.
Bereits bei der Eröffnung wurde deutlich, wie international die Herausforderungen der Energiewende gedacht werden müssen. In den Beiträgen von Beatriz und Rajesh spielte die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg eine zentrale Rolle: Der weitere Ausbau der Erneuerbaren gelingt nicht im Alleingang, sondern braucht Austausch, gemeinsame Lösungen und internationale Kooperation. Ein Gedanke, der sich auch durch die folgenden Messetage zog.
Einen eigenen fachlichen Akzent setzte EE.SH gemeinsam mit der Energieküste bei einer Talkrunde am Gemeinschaftsstand der WTSH. Im Mittelpunkt standen die Wasserstoffwirtschaft und das geplante Net Zero Valley Schleswig-Holstein.
Moderiert von Katja Rosenburg von EE.SH und Kirsten Voss von der Energieküste diskutierten Steffen Volk vom Clean Energy Valley Schleswig-Holstein, Julius Basler-Meier von H2Perform und Reinhard Christiansen aus dem Bereich Bürgerenergie über die Chancen, die sich aus dem Net Zero Valley für Schleswig-Holstein ergeben, und darüber, welche Voraussetzungen es für die weitere Entwicklung braucht.
Dabei ging es unter anderem um Planungssicherheit und verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen, die Rolle des Mittelstands sowie die Frage, wie Schlüsseltechnologien, Know-how und industrielle Wertschöpfung langfristig in Schleswig-Holstein und Europa gestärkt werden können.
Auch Energiewende-Staatssekretär Joschka Knuth nahm sich auf der WindEnergy Zeit für einen längeren Besuch am Gemeinschaftsstand. Im Gespräch mit EE.SH ging es um aktuelle Entwicklungen rund um Windenergie und Energiewende in Schleswig-Holstein. Dabei konnten auch Fragen und Impulse aufgegriffen werden, die während der Messetage von Besucherinnen und Besuchern an EE.SH herangetragen wurden.
Auffallend groß war dabei das Interesse am Thema Bürgerenergie und Bürgerwind. Zahlreiche Messegäste suchten gezielt das Gespräch zu Beteiligungsmöglichkeiten und den Rahmenbedingungen für Bürgerwindprojekte. Diese Fragen und Eindrücke konnten unmittelbar in den Austausch mit dem Staatssekretär einfließen.
Für EE.SH ist Bürgerwind bereits seit Langem ein wichtiges Thema. Gemeinsam mit ARGE NETZ, Bürgerenergie und Cimbergy hat die Netzwerkagentur die mittlerweile fünfte, überarbeitete Auflage des Leitfadens Bürgerwindpark herausgegeben. Er bündelt Erfahrungen aus der Praxis und bietet Orientierung von Planung und Beteiligung über Finanzierung und Genehmigung bis hin zum Betrieb.
Dass wichtige Gespräche nicht immer vorab geplant sein müssen, zeigte auch der Besuch von Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt. EE.SH und Energieküste nutzten die Gelegenheit für einen persönlichen Austausch über Schleswig-Holstein als Standort für Erneuerbare Energien und die damit verbundenen Entwicklungen im Land.
Neben solchen spontanen Begegnungen bot die WindEnergy auch Raum für etablierte Netzwerke. Die mEErFrauen kamen auf der Messe zu einem gemeinsamen Lunch zusammen. Das Netzwerk verbindet Frauen aus der Onshore- und Offshore-Windbranche sowie weiteren Bereichen der Energiewende und schafft Raum für fachlichen Austausch, Vernetzung und mehr Sichtbarkeit von Frauen in der Energiewirtschaft.
Wie wichtig die Vernetzung auch über einzelne Organisationen und Regionen hinaus ist, zeigte sich am Mittwochabend bei „Die deutsche Windbranche lädt ein zum Wein“. EE.SH brachte die Branche gemeinsam mit BIS Wirtschaftsförderung Bremerhaven, BWO, Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH), Energieküste, THE BLUE BEACH, WAB und WindEnergy Network an der Offshore Stage zusammen.
In entspannter Atmosphäre entstanden neue Kontakte, bestehende Verbindungen wurden vertieft und Gespräche aus den Messetagen fortgesetzt. Gerade der gemeinsame Auftritt verschiedener Netzwerke zeigt, welchen Mehrwert Zusammenarbeit über Organisations- und Ländergrenzen hinweg für die Windbranche schaffen kann.
Neben Talks und Veranstaltungen waren es vor allem die zahlreichen Gespräche am Gemeinschaftsstand und in den Messehallen, die die WindEnergy für EE.SH geprägt haben. Neue Unternehmen und Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner kamen hinzu, bestehende Kontakte wurden vertieft und erste Ideen für mögliche Kooperationen und gemeinsame Projekte ausgetauscht.
Damit erfüllt eine Messe wie die WindEnergy für EE.SH eine wichtige Funktion: Themen aus der Branche aufnehmen, Akteure miteinander verbinden, Wissen weitergeben und Anliegen aus dem Netzwerk an die richtigen Stellen tragen.
Nach vier Tagen in Hamburg bleibt deshalb nicht nur ein Rückblick auf eine internationale Branchenmesse. Viele der Gespräche beginnen jetzt erst, konkrete Wirkung zu entfalten. EE.SH nimmt neue Kontakte, Impulse und Themen mit nach Schleswig-Holstein und wird den Austausch auch nach der WindEnergy fortsetzen.
Alle Fotos © Lars Franzen